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IHK-Bezirk

Mittelstand und Großunternehmen – ein leistungsstarker Mix

Vorwiegend mittelständische Familienbetriebe prägen die Wirtschaft im Oldenburger Land. Sie stellen das Gros der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Daneben existieren renommierte Großbetriebe und bekannte Markenherstellern, aus den Branchen Maschinenbau, Ernährungsgewerbe, Chemische Industrie und Schiffbau.

Die Wirtschaftsstruktur unterscheidet sich erheblich vom Bundesdurchschnitt. Ursache ist der relativ hohe Anteil der Land- und Forstwirtschaft an der Wirtschaftsleistung. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Rohstofflieferant für die heimische Ernährungsindustrie. Beide Bereiche sind eng miteinander verflochten.

Die Ernährungsindustrie erwirtschaftet über 40 Prozent des Industrieumsatzes im IHK-Bezirk und ist damit der bedeutendste Wirtschaftszweig. Es folgen Kunststoffindustrie, Fahrzeugbau mit Luftfahrt- und Schiffbau sowie Maschinenbau.

Den höchsten Anteil an der Bruttowertschöpfung und an der Beschäftigung erzielen die Dienstleistungsunternehmen. Vor allem die unternehmensnahen Dienstleister, also IT-Dienste, Unternehmensberater, Zeitarbeitsfirmen, Wach- und Sicherheitsdienste sowie Logistikunternehmen etc. waren in den letzten Jahren der Beschäftigungsmotor im Oldenburger Land.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zeigt sich in erfolgreichen An-Instituten der Universität Oldenburg sowie der Fachhochschule: Als Beispiele können das Informatikinstitut OFFIS, das Kompetenzzentrum Hörtech sowie das Institut für Rohrleitungsbau und Photogrammetrie genannt werden. Das Institut für Innovationstransfer an der Jade Hochschule hat sich über Jahre als Bindeglied zwischen Unternehmen und Hochschullehren bei der Abwicklung von Projekten erwiesen.

In Wilhelmshaven entsteht mit dem JadeWeserPort Deutschlands einziger Tiefwasserhafen. Ab August 2012 können voll beladene Großcontainerschiffe mit mehr als 12.000 Standard-Containern Ladekapazität in Wilhelmshaven tidenunabhängig abgefertigt werden. Die Region bekommt mit dem JadeWeserPort Zugang zum Wachstumsmarkt Logistik.

Wirtschaftsentwicklung  2011: Oldenburgische Wirtschaft sehr zufrieden

Für die oldenburgische Wirtschaft war 2011 ein sehr gutes Jahr. Unsere Konjunkturumfragen belegen ungeachtet der Verunsicherung über die Schuldenkrise eine große Zufriedenheit der Unternehmen. Grund für die Zufriedenheit war vor allem die robuste Entwicklung der Inlandsnachfrage, von der alle Branchen profitierten. Besonders die Investitionsbereitschaft der heimischen Unternehmen blieb hoch. Unterstützt wurde das Wachstum von einer regen Auslandsnachfrage.

Die Zahl der Erwerbslosen hat sich 2011 im Oldenburger Land weiter verringert. Im Jahresdurchschnitt gab es rund 35.500 Arbeitslose, so wenig wie seit 1993 nicht mehr. Die Arbeitslosenquote fiel im Jahresdurchschnitt auf 6,6 Prozent (Vorjahr: 7,3 Prozent).

Industrieumsatz gestiegen

Der Industrieumsatz ist 2011 im Oldenburger Land um rund fünf Prozent gestiegen. Mit Ausnahme Wilhelmshavens gab es in allen Städten und Landkreisen deutliche Umsatzzuwächse. Das hohe Umsatzminus in Wilhelmshaven ist eine Folge der Raffinerieschließung. Spitzenreiter in der Umsatzentwicklung war der Landkreis Vechta, dicht gefolgt von den Landkreisen Ammerland und Oldenburg.

Die Zahl der Industriebeschäftigten im IHK-Bezirk stieg um zwei Prozent auf 57.573. Die größten Zuwächse gab es im Landkreis Vechta und in der Stadt Oldenburg.

Alle großen regionalen Industriebranchen konnten ihre Umsätze ausweiten. Vor allem im Maschinenbau gab es ein kräftiges Umsatzplus. Eine Trendwende ist der regionalen Fahrzeugindustrie gelungen. Nach den Umsatzrückgängen der vergangenen zwei Jahre zogen die Erlöse 2011 an. Die Kunststoffindustrie setzte ihren seit sieben Jahren währenden Aufwärtstrend fort. Das Ernährungsgewerbe verbuchte 2011 ebenfalls einen Umsatzzuwachs auf 8,2 Milliarden Euro. Dies ist jedoch nicht wie in den Jahren zuvor in erster Linie auf die Fleischverarbeitung zurückzuführen – hier gab es 2011 ein Umsatzminus –, sondern vornehmlich auf die Futtermittelherstellung.

Handel und Dienstleister 2011 erfolgreich

Auch die Einzelhändler im Oldenburger Land können auf ein gutes Jahr 2011 zurückblicken. Der gute Konjunkturverlauf und der anhaltende Aufschwung am Arbeitsmarkt haben dafür gesorgt, dass sich die europäische Staatsschuldenkrise nicht in eine Vertrauenskrise der Verbraucher gewandelt hat. Die Einzelhandelsumsätze sind in den ersten drei Quartalen gestiegen. Lediglich im letzten Quartal hat die Konsumneigung der Verbraucher etwas nachgelassen, so dass die Einzelhändler leichte Umsatzrückgänge verzeichneten.

Im Dienstleistungssektor hat sich die wirtschaftliche Lage nach einem verhaltenen Start gut entwickelt. Zum Jahresende berichten zwei Drittel der Dienstleister von guten Geschäften. Besonders die Zeitarbeitsunternehmen haben von der guten Konjunkturentwicklung profitiert. Die Nachfrage nach Immobilien und Grundstücken ist stark angestiegen, so dass auch der Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen prosperiert.




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