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Maritimer Standort Nordwest – wichtig für Deutschland
Gemeinsames Positionspapier
In einem Fünf-Punkte-Positionspapier hat ein Zusammenschluss wichtiger maritimer Wirtschaftsorganisationen von der Ems über Jade und Weser bis zur Elbe, Notwendigkeiten zur Förderung der maritimen Wirtschaft im Nordwesten zusammengefasst. Anlass ist die 7. Nationale Maritime Konferenz, das Gipfeltreffen der Branche am 27. und 28. Mai 2011 auf dem JadeWeserPort-Gelände in Wilhelmshaven mit rund 1000 Teilnehmern, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die Initiative sieht die Küstenregion und ihre Seehäfen als „unverzichtbare Drehscheibe für den Handel Deutschlands mit der Welt" – und leitet daraus konkrete Forderungen an die Politik des Bundes, Niedersachsens und Bremens sowie die EU ab. Es bestehe Handlungsbedarf, heißt es, denn die maritime Wirtschaft wolle ihre Chance, zu wachsen und Arbeitsplätze zu schaffen, voll ausschöpfen. Gleichzeitig erfordere die Dynamik der Entwicklung, z. B. im Offshore Bereich, auch enstprechende schnelle Entscheidungen.
Priorität für Hinterlandanbindungen!
Angesichts einer prognostizierten Steigerung des Seehafenhinterlandverkehrs um 168 Prozent bis zum Jahr 2025 fordert die maritime Wirtschaft im Nordwesten Priorität für den Ausbau der seeseitigen Zufahrten und Hinterlandan-bindungen der Seehäfen. Dazu gehören im Straßenbereich der durchgehend sechsstreifige Ausbau der A 1, der Neubau der Küstenautobahn A 20 mit Baubeginn im Jahr 2013 sowie die Fertigstellung der A 281 einschließlich der Weserquerung bis zum Jahr 2018.
Bei der Schieneninfrastruktur nennt das Positionspapier den Bau der Y-Trasse (Hamburg-Bremen-Hannover) bis zum Jahr 2020 einschließlich des Ausbaus der Zulaufstrecke nach Bremen und des Bahnknotens Bremen. Priorität bei der Schiene habe auch der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven bis zur Inbetriebnahme des JadeWeserPorts im August 2012. Was die seeseitige Anbindung der Häfen angeht sowie ihren Anschluss an das Binnenwasserstraßennetz, fordert die Intitiative eine zügige Umsetzung der Außen- und Unterweseranpassung innerhalb des zweiten Halbjahres 2011, eine Vertiefung der Außenems sowie den Ausbau von Mittelweser, Küstenkanal und der Nordstrecke des Dortmund-Ems-Kanals für Großmotorgüterschiffe.
Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung
Die Wirtschaftsorganisationen äußern sich auch zur geplanten Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Diese sieht unter anderem eine neue Kategorisierung aller Bundeswasserstraßen vor. Entsprechend sollen je nach Einstufung Mittel zu Ausbau, Erhalt und Betrieb zugewiesen wer-den. Demnach würden bei den Seewasserstraßen und Hafenzufahrten nur noch diese als vorrangig gelten, die ein Aufkommen von mehr als 50 Millionen Tonnen im Jahr aufweisen.
Die Initiative sieht hierin eine besondere Gefahr für die kleineren Häfen in ihrer Region. Es sollen daher auch zukünftig auf Basis einer Kosten-Nutzen-Bewertung dort Investitionen hinfließen, wo sie den größten volkswirtschaftlichen Beitrag durch Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung erbringen. Eine Kategorisierung von Wasserstraßen rein nach Tonnage wird abgelehnt.
Chancen durch Offshore-Windenergie
Mit dem Ausbau von Offshore-Windkraftparks einschließlich der Wartungslogistik und Dienstleistungsindustrie sieht die maritime Wirtschaft Niedersachsens und Bremens weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Der Nordwesten, dessen Häfen schon heute einen Großteil des deutschen Energiebedarfs durch Importe von Mineralöl, Erdgas und Kohle sichern, kann sich nach Ansicht der Initiative auch als Standort für die Energiegewinnung der Zukunft profilieren.
Sie fordert deshalb geeignete Hafenhinterlandanbindungen, den weiteren Ausbau der Häfen und einen gezielten und beschleunigten Ausbau der Netze, um die zusätzliche Energie in die Ballungs- und Verbrauchszentren transpor-tieren zu können.
Herausgeber des Positionspapiers sind:
Allgemeiner Wirtschaftsverband Wilhelmshaven-Friesland e. V.
bremenports GmbH & Co. KG
Handelskammer Bremen
Industrie- und Handelskammer Bremerhaven
Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg
Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum
Oldenburgische Industrie- und Handelskammer
Seaports of Niedersachsen GmbH
Unternehmensverband Bremische Häfen e. V.
Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung e. V.
Das Positionspapier steht im Downloadbereich zur Verfügung.
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