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Der Seehafen Wilhelmshaven und zukünftige JadeWeserPort

Der Seehafen Wilhelmshaven nimmt mit seinen 20 Metern Wassertiefe eine Sonderstellung vor den Häfen Bremen/Bremerhaven und Hamburg ein. Er ist nach Hamburg und den Bremischen Häfen der drittgrößte deutsche Hafen. An vier Brücken und einem Inselanleger werden insbesondere Rohöl und Rohölprodukte umgeschlagen. Darüber hinaus bieten vielfältige Kaianlagen Umschlagsmöglichkeiten aller Art. Mit der offiziellen Übergabe der im Auftrag des Landes Niedersachsen errichteten Endausbaustufe des Braunschweigkais verfügt die Rhenus Midgard AG & Co. KG im Nordhafen über eine Kapazität von insgesamt 650 m Kailänge.

An dem Äußeren Hafen mit seinen charakteristischen Umschlagsbrücken schließt der tidefreie Innere Hafen an, der über eine Doppelkammer-Seeschleuse erreicht wird. Der Innere Hafen ist mit modernen Kaianlagen für den Umschlag von Massengut, Containern, Kühlladungen, Lebensmitteln, Stückgut und Projektladungen ausgerüstet. Angesiedelt sind hier neben den Umschlagsbetrieben leistungsfähige Werften und Servicebetriebe für die Schifffahrt. Wilhelmshaven ist über die A 29 direkt an das überregionale Straßennetz angebunden. Alle Hafenbereiche sind direkt an das Gleisnetz angeschlossen.

Der Seehafen Wilhelmshaven ist Mitglied der Niedersächsischen Hafenvertretung e. V. (Seaports of Niedersachsen GmbH), deren Geschäftsführung von Andreas Bullwinkel wahrgenommen wird.

Der einzige natürliche deutsche Tiefwasserhafen soll durch das Projekt JadeWeserPort für die Zukunft gerüstet werden.

JadeWeserPort
Aufgrund seiner seewärtigen Zufahrt mit einer Wassertiefe von bis zu 20 Metern können Großcontainerschiffe mit mehr als 12.000 Standard-Containern (TEU; twenty-feet-equivalent-unit) in Wilhelmshaven Tide-unabhängig abgefertigt werden. Hierzu sollen an der Jade vier Liegeplätze mit je vier Containerbrücken entstehen. Nach Erreichen der Vollauslastung wird der JadeWeserPort eine jährliche Kapazität von 2,7 Millionen TEU abfertigen können.

Die europaweit größte Container-Terminal-Logistik-Gruppe EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG hat nach der Ausschreibung die auf 40 Jahre ausgelegte Betreiberkonzession für den Betrieb des Tiefwasserhafens JadeWeserPort erhalten. Am 25. April 2006 wurde der Betreibervertrag für das Infrastrukturprojekt zwischen der Logistikgruppe EUROGATE, APM Terminals und der JadeWeserPort Realisierungsgesellschaft unterzeichnet.

EUROGATE ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Eurokai KGaA (Hamburg) und der BLG Logistics Group (Bremen) und beschäftigt allein in Deutschland 4000 Mitarbeiter. Gemeinsam mit Contship Italia betreibt EUROGATE an insgesamt neun Standorten Seeterminals an der Nordsee, im Mittelmeerraum und am Atlantik.

Für den geplanten Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven hat EUROGATE ein Personalkonzept erarbeitet. Es sieht die Schaffung von rund 1000 neuen Arbeitsplätzen in Wilhelmshaven vor. Insbesondere die Qualifizierung und der Einsatz von Langzeitarbeitslosen seien durch EUROGATE geplant. Hinzu kommen sollen dann weitere ca. 1000 indirekte Arbeitsplätze durch die Hafenansiedlung. Dafür stehen unmittelbar vor dem Terminal des JadeWeserPorts 160 ha Logistik-, Industrie- und Gewerbeflächen zur Verfügung. EUROGATE plant als Ergänzung zum eigentlichen Terminal eine Containerpackstation, einen Reparaturbetrieb und einen Betrieb für die seemäßige Verpackung.

Insgesamt werden für das Projekt „JadeWeserPort“ Investitionen von rund einer Milliarde Euro aufgebracht. Die Kosten für die notwendige Hafeninfrastruktur tragen die Länder Niedersachsen und Bremen (ca. 600 Mio. Euro). Für die Investitionen in Hafenumschlaggeräte, Flächenbefestigungen, Immobilien und Informationstechnik ist EUROGATE verantwortlich (ca. 350 Mio. Euro). Für den Hafen ist es außerdem dringend notwendig, optimale Hinterlandanbindungen zu schaffen, zu denen vor allem die Bahnstrecke Wilhelmshaven-Oldenburg zählt. Die DB Netz AG hat bereits zugesagt, die Strecke bis zur Inbetriebnahme des JadeWeserPorts zu ertüchtigen. Langfristig soll der Bau der Küstenautobahn die Stärken dieses Projektes weiter fördern.

Der JadeWeserPort wird der östlichste nordeuropäische Container-Tiefwasserhafen sein. Mit seinen kurzen Distanzen zu den Seehäfen an der Ostsee ist er bestens aufgestellt, um Seetransitverkehre mit Feederschiffen von und nach Russland, Polen und zu den baltischen Staaten abzuwickeln.

Die Planfeststellung für den Ausbau der Bundeswasserstraße Jade durch die Errichtung des JadeWeserPorts wurde am 15. März 2007 durch die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich beschlossen. Die Inbetriebnahme des JadeWeserPorts ist für August 2012 anvisiert.

 

Standortvorteile JadeWeserPort
Kurze Revierfahrt von 23 Seemeilen
Tide-unabhängige Fahrt für Schiffe bis 16,5 Meter Tiefgang
Schiffslängen bis 430 Meter
Wendebereich von 700 Metern Durchmesser
Autobahn-Anschluss vor dem Terminal

 

Technische Daten JadeWeserPort
Kajenlänge 
1725 Meter
Terminal-Tiefe 
650 Meter
Wassertiefe unter Seekartennull (SKN) 
18 Meter
voraussichtliche Umschlag-Kapazität p.a. nach   Fertigstellung des JadeWeserPorts  

ca. 2,7 Mio. TEU

Terminalfläche   
130 Hektar
Logistikzone Hafengroden  
160 Hektar

Ansprechpartner/in

Felix Jahn
Geschäftsführer

Telefon: 0441 2220-400
Fax: 0441 2220-5400
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