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2. Regionalkonferenz Logistik

"Grüne Logistik – innovative Lösungsansätze in der betrieblichen Praxis"

Die Herausforderung für die Logistikbranche ist riesig: Das Transportaufkommen nimmt zu, doch die Schadstoffe müssen in großem Ausmaß reduziert werden. Die EU gibt für den Verkehrsbereich 60 Prozent zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis 2050 vor. „Die Zeit der Sonntagsreden in der grünen Logistik ist vorbei", sagte Dr. Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der IHK. Er eröffnete in Wilhelmshaven kürzlich die 2. Regionalkonferenz Logistik der Metropolregion Bremen-Oldenburg. Viele Teilnehmer hatten zuvor die Baustelle des JadeWeserPorts besichtigt.

Sechs Monate vor dessen Inbetriebnahme trafen sich auf der Konferenz 270 Experten, um über „Grüne Logistik" zu sprechen. Fazit: Es gibt viele nachahmenswerte Ansätze, den Ausstoß von CO2 zu mindern und Energie zu sparen. „Wir stehen als Branche dabei ganz am Anfang eines Änderungsprozesses", meinte jedoch der Osnabrücker Logistikunternehmer Rolf Meyer.

Kundenanforderungen, steigende Energiepreise, aber auch unternehmerische Verantwortung trieben die Branche dazu, einen aktiven Beitrag zur Reduzierung von Klimagasen und Schadstoffen zu leisten, sagte Peters.
Dr. Jan Miller (JadeWeserPort-Logistics Zone) erklärte, der neue Containerhafen in Wilhelmshaven sei „die Antwort auf die technischen, ökonomischen und ökologischen Anforderungen der Logis-tik der Zukunft". Im Mai, kündigte er an, werde der Testbetrieb im Hafen beginnen. Der JadeWeserPort biete optimale Strukturen und werde von den größten und technisch effizientesten Containerschiffen der Welt angesteuert werden.

Prof. Dr.-Ing. Josef Decker (Bundesvereinigung für Logistik/BVL Campus, Hochschule für internationale Wirtschaft und Logistik, Bremen) betonte, die Logistikbranche habe eine große Bedeutung für die Weltwirtschaft, aber auch eine große Verantwortung für die Umwelt. Und Kunden verlangten „grüne", also ökologisch verantwortbare Transportleistungen.

Die „Greenports-Philosophie" des künftigen JadeWeserPort-Betreibers erläuterte Hanna Pötter von Eurogate (Bremen). Zu dieser Umweltstrategie gehörten Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen, Strom sparende Beleuch-
tung und effiziente Fahrzeugtechnik. Man werde beim JadeWeserPort „neue Maßstäbe setzen", sagte Pötter. Eurogate habe sich unter anderem vorgenommen, den Energieverbrauch im Unternehmen bis 2020 um 20 Prozent zu senken, den CO2-Ausstoß bis 2025 um 25 Prozent.

Helmut Frank (Acos Group, Bremen) setzt auf „Trimodalität", den kombinierten Einsatz von Lkw, Bahn oder Schiff. Mit Trimodalität werde man den neuen Anforderungen gerecht. Seine Unternehmensgruppe transportiere mittlerweile „nur noch 30 Prozent des gesamten Volumens auf der Straße", sagte Frank.

Für den Textillogistiker Rolf Meyer (Meyer & Meyer Holding, Osnabrück) ist es die größte Herausforderung seiner Branche, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Deshalb sind für Meyer & Meyer im Raum Berlin z. B. Elektro-Lkw der 12-Tonnen-Klasse unterwegs (tägliche Reichweite: 160 Kilometer). Diese haben man „mit einem holländischen Partner selbst entwickelt". Man versuche aber auch, „viele kleine Zeichen zu setzen", um das ökologische Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen, sagte Meyer.

Britta Heinen von Nordfrost (Schortens) erläuterte, wie man das im Bau befindliche Seehafen-Terminal auf dem JadeWeserPort-Areal technisch so ausstatte, dass man Energie so effizient wie möglich einsetzt. Nordfrost betreibt Kühl-lager und setzt deshalb besonders auf Energiespartechnik. Auch in diesem Unternehmen spielen Blockheizkraftwerke eine große Rolle. Außerdem sei es eine Daueraufgabe, die Transporte zu optimieren.

Mit Geothermie hat Bernhard Neemann (Schenker Deutschland, Oldenburg) beste Erfahrungen gemacht. Sie ist beim Bau des neuen Schenker-Standortes in Oldenburg installiert worden. Die Nutzung der Erdwärme zum Heizen und Kühlen bringe eine erhebliche Kostenersparnis. Über Sonden in 150 Metern Tiefe nimmt das 2011 in Betrieb genommene Umschlagszentrum Erdwärme auf. Die Anlage werde sich nach siebeneinhalb Jahren amortisiert haben, erklärte Neemann.

 

Referenten auf der Regionalkonferenz (v. l.): Prof. Dr.-Ing. Josef Decker, Bernhard Neemann, Helmut Frank, Dr. Jan Miller, Hanna Pötter, Dr. Joachim Peters, Britta Heinen, Andreas Wagner und Rolf Meyer.

Ansprechpartner/in

Rudi Schotter
Referent

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