Topnavigation

Wir über uns   |   Presse & Publikationen   |   Impressum   |   Übersicht   |   RSS-Feed   |   Kontakt

Seiteninhalt

Aufgaben der Deutschen Rohstoffagentur

Volker Steinbach

Für alle Lebensbereiche sind mineralische und Energierohstoffe unabdingbar. Zwei Drittel der genutzten Rohstoffe sind Metalle, Industrieminerale und Baurohstoffe. Auch Hochtechnologiemetalle, wie Seltene Erden, Germanium oder Indium spielen in unserer Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle, beispielsweise beim Ausbau der Elektromobilität oder für Technologien der erneuerbaren Energien.

Die kontinuierliche Analyse und Bewertung der internationalen Rohstoffmärkte ist Aufgabe der Experten der Deutschen Rohstoffagentur (DERA). Die Agentur wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gegründet.

Geologisch betrachtet sind zwar nur sehr wenige Rohstoffe wirklich knapp, markttechnisch hat sich die Angebots- und Nachfragesituation in den vergangenen Jahren jedoch deutlich verändert. Zu nennen sind hier unzureichende Bergbau- und Transportinfrastrukturen, hohe Länder- und Firmenkonzentration der Rohstoffproduktion sowie geostrategische Risiken. Laut EU-Kommission bestehen mittlerweile weltweit 450 Exportbeschränkungen bei Rohstoffen. Deshalb beraten die DERA-Experten die deutsche Wirtschaft in rohstoffwirtschaftlichen Fragen, stärken die Kooperation mit rohstoffreichen Ländern und beraten deutscher Unternehmen bei der Beteiligung an internationalen Projekten bei der Erkundung und Erschließung von Lagerstätten. Alles Aufgaben, die für die Rohstoffversorgung Deutschlands an Bedeutung gewinnen. So hat die Bundesrepublik im Jahr 2010 mineralische und Energierohstoffe im Gesamtwert von 110 Milliarden Euro importiert.

Demgegenüber stehen Rohstoffe aus heimischer Produktion im Gesamtwert von rund 18 Mrd. Euro. Gerade bei Metallen ist Deutschland fast vollständig auf Importe und Recycling angewiesen. Umso wichtiger werden in Zukunft Partnerschaften mit anderen Ländern und internationalen Unternehmen. Aufgaben im Einzelnen:

> Rohstoffinformationssystem: Kernstück der DERA ist das Rohstoffinformationssystem. Es stellt aktuelle, rohstoffbezogene Informationen und Analysen für die Wirtschaft bereit. Dies geschieht beispielsweise über die neue Berichtsreihe „DERA-Rohstoffinformationen" sowie über die Commodity Top News, einen Newsletter, der über aktuelle Entwicklungen auf dem Rohstoffsektor berichtet. Weiterhin werden mit dem BGR-Preisindex für Metalle, Preisentwicklungen und -volatilitäten ausgewählter Metallrohstoffe analysiert und Preisrisiken bewertet. Ziel dieses Moduls ist es, die Markttransparenz zu erhöhen und Entscheidungsgrundlagen bereit zu stellen.

> Auftragsbezogene Beratung der Wirtschaft: Eine weitere, wichtige Aufgabe der DERA ist die direkte auftragsbezogene Beratung der Wirtschaft. Die DERA-Mitarbeiter beraten Unternehmen bei der Vorauswahl von Rohstoffprojekten, bei der Kritikalitätsbewertung ihres Rohstoffportfolios und beim Aufbau firmeninterner Strategien. Sie unterstützen den Aufbau von Kontakten zu neuen Lieferanten, helfen bei der Identifizierung der Herkunft von Rohstoffen, bei der Steigerung der Rohstoffeffizienz und dabei, knappe Rohstoffe durch weniger knappe zu ersetzen.

> Forschung und Entwicklung (F&E): Gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft werden F&E-Projekte initiiert, deren Ergebnisse von hoher Relevanz für die Rohstoffversorgung sind. Sei es der Herkunftsnachweis von Columbit-Tantaliterzen (Coltan), Zinn und Wolfram, die Metallgewinnung aus Roh- und Reststoffen durch Metall-Biolaugung (Biomining) oder Manganknollen-Expeditionen im deutschen Lizenzgebiet des pazifischen Ozeans.

> Fachliche Unterstützung von Rohstoffförderprogrammen der Bundesregierung: Die DERA unterstützt die Bundesregierung bei der Entwicklung und Durchführung von Förderprogrammen auf den Gebieten der Rohstofferkundung, der Rohstoffgewinnung sowie der Rohstoff- und Materialeffizienz. In diesem Rahmen unterstützt die DERA das BMWi bei der Vergabe des neu initiierten Deutschen Rohstoffeffizienzpreises.

> Kooperation mit rohstoffreichen Ländern: In enger Abstimmung mit der Entwicklungs-zusammenarbeit unterstützt die DERA Leuchtturmprojekte, die für die Integration der Partnerländer in die internationale Rohstoffwirtschaft und die Nachhaltigkeit des Bergbaus wegweisend sind. Diese intensiven und langfristigen Kooperationen erleichtern der deutschen Wirtschaft den Zugang zu Rohstoffen in rohstoffreichen Ländern. Ziel ist eine „Win-Win-Situation" für beide Seiten.

Als zentrale Schnitt- und Informationsplattform für Rohstoffe leistet die DERA so einen Beitrag zur Versorgungssicherung der deutschen Wirtschaft mit Rohstoffen und dient als Transferstelle zwischen Wirtschaft und Politik.

Autor:
Dr. Volker Steinbach. Leiter der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), Kontaktbüro: Telefon: 0511 643-3200, E-Mail: kontaktbuero-rohstoffe@bgr.de

 

Ansprechpartner/in

Joerg Schindler
Referent

Telefon: 0441 2220-405
Fax: 0441 2220-111
Zentrale: 0441 2220-0
E-Mail schreiben
Ansprechpartner/in von A bis Z